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Ab Sofort – Hepatitis Impfaktion A und B zu Sonderkonditionen

Hepatitis A Impfung: Infektionsrisiko wird unterschätzt:
Gerade in letzter Zeit wurden gehäuft Hepatitis A Infektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben gemeldet.
Hepatitis A: Ist eine hochansteckende Infektion der Leber und eine ernste Erkrankung. Das Hauptsymptom dieser Erkrankung ist die Gelbfärbung von Haut und Augen. Eine Abklärung durch den Arzt ist daher dringend erforderlich.
Übertragung: Hepatitis A kann bei Analverkehr ohne Kondom oder bei oral-analem Kontakt weitergegeben werden. Es kann auch leicht im gemeinsamen Haushalt mit einer Hepatitis A-infizierten Person zu einer Übertragung kommen.
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen 15 bis 50 Tage (meist 25-30 Tage).
1 bis 2 Wochen vor Erkrankungsbeginn wird das Virus in hohen Konzentrationen im Stuhl ausgeschieden; bei Krankheitsausbruch ist das Virus nur noch bei etwa der Hälfte der Betroffenen im Stuhl nachweisbar.
Falls du dich mit Hepatitis A infiziert hast, ist es ganz wichtig deine Partner_innen zu informieren und auch Personen, mit denen du im selben Haushalt wohnst. Es gibt aber neben der Impfung auch andere Schutzmaßnahmen, die getroffen werden können, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Besprich das bitte unbedingt mit deinem Arzt.
Impfung: Es gibt eine Impfung, die dich zuverlässig vor Hepatitis A und B schützt. Nachdem es in diesem Winter in Deutschland, England, Frankreich und Portugal vermehrt zu Infektionen gekommen ist möchten wir dir die Impfung sehr ans Herz legen. Auch wenn du nicht selbst verreist, ist die Reiselust in der Community hoch und Viren kennen keine Grenzen.
Weitere Schutzmaßnahmen:
• Vermehrt auf die persönliche Körperhygieneachten.
• Vor und nach dem Sex Hände und Penis waschen.
• Beim Oralsex kannst du dich mit Dental Dams schützen.
• Kondome schützen dich nicht nur vor HIV sondern auch vor anderen Geschlechtskrankheiten

Trans*-Menschen und ihre Probleme

Wenn Trans*-Menschen ihre gewünschte Geschlechtszuordnung anerkennen lassen wollen, dürfen sie nicht zur Sterilisation oder einer medizinischen Behandlung gezwungen werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Unfruchtbarkeit führt.

Ein solcher Zwang verstößt gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens, der Wohnung und der Korrespondenz). Dies entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) heute mit sechs zu einer Stimme.

Verhandelt worden waren die Fälle dreier Mann-zu-Frau-Trans*-Personen. Ihnen war von französischen Gerichten bislang untersagt worden, in den Geburtsurkunden den Vornamen sowie die Geschlechtszuordung zu ändern, solange nicht die geforderten operativen Eingriffe bzw. entsprechende medizinische Behandlungen vorgenommen worden sind.

Das Gericht urteilte, die Klägerinnen könnten nicht dazu gezwungen werden, ihre „körperliche Integrität“ aufzugeben, um als Frau anerkannt zu werden.

Die Interessenvertretung Transgender Europe (TGEU) wertet das Urteil als Präzedenzfall. „Dies ist ein Sieg für Trans*-Menschen und Menschenrechte in Europa. Mit dieser Entscheidung endet das dunkle Kapitel der staatlich verordneten Sterilisation“, so TGEU-Geschäftsführerin Julia Ehrt.

Die Organisation bedauert aber, dass das Gericht den Zwang zur psychologischen oder psychiatrischen Begutachtung nicht kritisiert hat. „Wir werden auch weiterhin auf die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen, denen trans* Personen im medizinischen Bereich systematisch ausgesetzt sind“, erklärte TGEU-Mitarbeiter Richard Köhler.

Die 22 europäischen Länder, welche die vom EGMR verurteilte Praxis der erzwungenen Sterilisation noch beibehalten, müssten ihre Gesetze nun ändern, so TGEU. Dazu gehören unter anderem die Türkei, Griechenland, Finnland, Belgien, die Schweiz und Russland.

In Frankreich wurde die Regelung bereits vor rund einem Jahr abgeschafft. In Deutschland wurde sie 2011 durch das Bundesverfassungsgericht für grundgesetzwidrig erklärt.

(ascho)

Zahlen und Fakten von Hepatitis – B

2015 lebten weltweit geschätzt etwa 257 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion (HBV-Infektion) und 71 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-C-Infektion (HCV-Infektion).

Das geht aus dem ersten globalen Hepatitis-Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor, der heute auf dem Internationalen Leberkongress in Amsterdam vorgestellt wurde.

Im Fokus der Auswertung stehen Hepatitis-B- und -C-Infektionen, die zu Leberkrebs und -zirrhose mit Leberversagen führen können und laut WHO ursächlich für etwa 96 % aller Todesfälle infolge einer virusbedingten Hepatitis sind.

Unzureichender Zugang zu Test und Behandlung

Von den 325 Millionen HBV- und HCV-Infizierten weltweit hat die Mehrheit keinen ausreichenden Zugang zu Test und Behandlung, so der Bericht weiter. 2015 wurden nur 20 % (14 Millionen) der HCV-Infektionen diagnostiziert, bei den HBV-Infektionen waren es lediglich 9 % (22 Millionen).

Im selben Jahr waren nur 8 % (1,4 Millionen) derjenigen mit einer Hepatitis-B-Diagnosein Behandlung, 7,4 % (1,1 Millionen) der mit Hepatitis C Diagnostizierten haben 2015 mit einer Therapie begonnen. Von den insgesamt 5,5 Millionen Menschen, die 2015 eine HCV-Therapie machten, bekamen nur ungefähr eine halbe Million die modernen, direkt wirkenden antiretroviralen Medikamente (DAAs).

Zahl der Todesfälle gestiegen

Die Folge dieser Unterversorgung: Etwa 1,3 Millionen Menschen starben 2015 aufgrund einer Virushepatitis. Diese Zahl sei vergleichbar mit der Todesfallrate bei Tuberkulose und sogar noch höher als die Zahl der weltweiten Todesfälle infolge einer HIV-Infektion, so die WHO. Doch während bei Tuberkulose und HIV die Zahl der Todesfälle sinke, nehme sie bei Hepatitis immer weiter zu – seit dem Jahr 2000 sei sie um 22 % gestiegen.

„Die Virushepatitis wurde mittlerweile als bedeutende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit erkannt und erfordert unverzügliches Handeln“, sagte WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan. „Es gibt Impfungen und Medikamente, und die WHO ist entschlossen, sicherzustellen, dass diese Werkzeuge all diejenigen erreichen, die sie benötigen.“

Erfolge konnte die WHO bei der Hepatitis-B-Impfung ausmachen: 2015 habe die weltweite Rate der vollständigen HBV-Impfungen (diese umfasst insgesamt drei Dosen) bei Kindern einen Wert von 84 % erreicht, die HBV-Prävalenz sei dadurch in dieser Gruppe von 4,7 % auf 1,3 % gesunken.

Ziel: virusbedingte Hepatitis bis 2030 beenden

Dennoch: 2015 gab es 1,75 Millionen neue Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus, gegen das es keine Impfung gibt. Hauptursachen waren unsterile medizinische Eingriffe (vor allem in der östlichen Mittelmeerregion) und injizierender Drogengebrauch (vor allem in der WHO-Europa-Region).

Um das globale Ziel zu erreichen, die virusbedingte Hepatitis bis zum Jahr 2030 zu eliminieren, seien laut WHO mehrere Maßnahmen erforderlich: so zum Beispiel der Ausbau von Datenerfassungssystemen, Testangeboten und Behandlung, von Angeboten zur Schadensminimierung beim Drogengebrauch (Harm Reduction) und Impfprogrammen für Neugeborene. Darüber hinaus müsse mehr Geld in Programme zur Eliminierung viraler Hepatitiden und die Forschung zu Prävention, Diagnostik und Behandlung fließen.

(Christina Laußmann)

Gemeinsame Pressemitteilung zum Hämophilie-Tag

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Hämophiliegesellschaft, der Deutschen AIDS-Hilfe und des WEISSEN RINGS zum Welt-Hämophilie-Tag am 17.4.

Seit drei Jahrzehnten warten Menschen, die in den 70er- und 80er-Jahren durch kontaminierte Blutprodukte mit HIV infiziert worden sind, auf Sicherheit: Immer wieder standen die Entschädigungszahlungen in Frage – für die meisten der rund 550 Überlebenden des Blutskandals die Absicherung ihrer Existenz.

Nun hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eine dauerhafte Lösung angekündigt: Noch in dieser Legislaturperiode soll ein Gesetzestext verabschiedet werden, der lebenslange Entschädigungszahlungen garantiert. Die finanziellen Mittel, die bislang anteilig von Bund, Ländern, involvierten Pharmafirmen und Deutschem Roten Kreuz (DRK) aufgebracht wurden, sollen künftig allein vom Bund zur Verfügung gestellt werden.

Als Verbände, die sich gemeinsam für die Rechte der Betroffenen einsetzen, freuen wir uns, dass unsere hartnäckigen Bemühungen zum Erfolg geführt haben. Auch wenn wir nach wie vor die Pharmaindustrie sowie das DRK moralisch mit in der Verantwortung sehen, begrüßen wir ausdrücklich die geplante Gesetzesänderung.

Gesundheitsschäden wachsen – Entschädigung geschrumpft

„Den Betroffenen fällt ein Stein vom Herzen“, sagt Dr. Stefanie Oestreicher, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hämophiliegesellschaft (DHG). Auch die geplante Dynamisierung der Leistungen ist erfreulich, es fehlt allerdings noch ein rückwirkender Inflationsausgleich: „Seit Errichtung der Stiftung im Jahr 1995 ist keine Erhöhung der Leistungen und somit auch kein Ausgleich des Kaufkraftverlustes erfolgt. Der entstandene Gesundheitsschaden bleibt und wird mit der Zeit immer größer – da ist es nicht tragbar, dass die Entschädigung schrumpft!“, erläutert Oestreicher.

Pharmafirmen stehen in der Pflicht

Auch die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) begrüßt die Lösung, die Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorgelegt hat, um die geschädigten Menschen endlich dauerhaft abzusichern. „Es muss nun darum gehen, dass sich auch die verantwortlichen Pharmafirmen dauerhaft mit einer angemessenen Summe an der Entschädigung beteiligten“, betont DAH-Vorstand Manuel Izdebski. „Moralische Verantwortung verjährt nicht.“

Das Bundesgesundheitsministerium verhandelt zurzeit über freiwillige Zahlungen der im HIV-Bereich engagierten Pharma-Unternehmen – bislang ohne konkretes Ergebnis. Die DAH hat die Pharmafirmen bereits im letzten Jahr in einem offenen Brief aufgefordert, ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden. „Die Zahlungen der Pharmaindustrie könnten helfen, den ausstehenden Inflationsausgleich aufzubringen“, regt Izdebski an. „Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler alleine für die Zahlungen aufkommen muss.“

Betroffene werden immer wieder in die Opferrolle gedrängt

Auch der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, fordert alle Verantwortlichen auf, zu ihren Pflichten zu stehen, den Betroffenen langfristig zu helfen und Entschädigungen dauerhaft und angemessen bereit zu stellen. Betroffene seien nicht nur durch die Verabreichung verunreinigter Blutprodukte zu Opfern geworden, sondern in den Folgejahren auch immer wieder mit Diskriminierung in ihrem sozialen Umfeld konfrontiert worden, zum Beispiel durch Arbeitskollegen, Bekannte oder Freunde.

„Dies bringt zusätzlich zu den gesundheitlichen Schäden Leid über die Betroffenen, und drängt sie immer wieder in die Opferrolle hinein“, sagt Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des WEISSEN RINGS. „Damalige Akteure und heutige Verantwortliche stehen in der Pflicht, die Opferperspektive einzunehmen – und das Leid der Betroffenen auf diese Weise anzuerkennen.“

Hepatitis-C-Betroffene ebenfalls entschädigen

Zum Welt-Hämophilie-Tag möchten die Deutsche Hämophiliegesellschaft, die Deutsche AIDS-Hilfe und der WEISSE RING zudem auf eine weitere Opfergruppe aufmerksam machen: diejenigen Hämophilen (Bluter), die im Rahmen des Blutskandals mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert wurden. Während die HIV-infizierten Hämophilie-Patienten durch das HIV-Hilfegesetz entschädigt werden, warten die ca. 2.000 HCV-infizierten Hämophilen trotz identischer Infektionsursachen noch immer auf eine Entschädigung.

Die durch Versäumnisse von Staat und Pharmaindustrie mit HCV infizierten Bluter müssen endlich ebenfalls entschädigt werden. Zwar sind die neuen Medikamente zur HCV-Therapie hoch wirksam, doch die bereits eingetretenen Langzeitschäden der Leber und andere Begleiterkrankungen sind leider irreversibel – ganz zu schweigen von dem durchgemachten Leid und den Einbußen in der Lebensqualität. Mittlerweile sind durch HCV-Infektionen hervorgerufene Lebererkrankungen die häufigste Todesursache bei Hämophilen in Deutschland.

„So sehr wir uns über den Erfolg für die HIV-infizierten Betroffenen freuen, so bitter ist es zugleich für uns, dass die HCV-infizierten Hämophilen noch immer keinerlei Entschädigung erhalten haben“, so Oestreicher. „Wir werden uns weiter dafür stark machen, dass auch diesen Opfern des Blutskandals endlich Gerechtigkeit widerfährt!“

Neues HIV – Medikament genehmigt

Das  schottische Medikamenten-Konsortium (SMC), ein Beratungsgremium des Gesundheitsdienstes NHS Scotland, hat gestern den Einsatz des HIV-Medikaments Truvada zur Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) genehmigt.

Bei einer Prä-Expositions-Prophylaxe („Vor-Risiko-Vorsorge“) nehmen HIV-Negative HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.

Als erster Staat des Vereinigten Königreichs wird nun Schottland Menschen mit hohem HIV-Risiko die PrEP über seinen Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) kostenlos bereitstellen.

„Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil [Truvada] als PrEP ist ein Aspekt einer HIV-Präventionsstrategie und sollte in Kombination mit Safer-Sex-Praktiken wie dem Gebrauch von Kondomen angewendet werden“, so das SMC in seiner Mitteilung. „Patientengruppen haben aufgezeigt, dass die Verbreitung von HIV in Schottland mit den bisherigen Präventionsmethoden in den letzten zehn Jahren nicht gemindert werden konnte.“

Die PrEP4Scotland Coalition, ein Zusammenschluss verschiedener HIV-Organisationen, begrüßte den Beschluss des Konsortiums in einem gemeinsamen Statement als einen „bedeutenden Schritt in den Bemühungen gegen HIV in Schottland“. Gemeinsam mit Patientengruppen hatte die Koalition in den letzten Monaten intensive Überzeugungsarbeit geleistet.

Zahlreiche Studien hätten die Wirksamkeit der PrEP belegt, so die PrEP4Scotland Coalition weiter. Alle Gremien des schottischen Gesundheitsdiensts müssten jetzt dem Rat des SMC folgen und die PrEP all denjenigen zugänglich machen, die sie brauchen.

Deborah Gold, Geschäftsführerin des National Aids Trusts (NAT) mit Sitz in England, lobte die Schnelligkeit und Entscheidungsfreudigkeit in Schottland in Bezug auf die PrEP. Diese stünden in krassem Gegensatz zu den Verzögerungen in den anderen drei Staaten des Vereinigten Königreichs.

In England hatte der Nationale Gesundheitsdienst vergangenes Jahr zunächst erklärt, nicht zur Finanzierung der PrEP befugt zu sein – mit der Begründung, dass diese in den Zuständigkeitsbereich der lokalen Behörden falle. Der High Court of Justice entschied im August 2016 allerdings nach einer Klage des National Aids Trust, dass der NHS für die Kosten der PrEP aufkommen dürfe. Nachdem ein Berufungsgericht dieses Urteil bestätigt hatte, kündigte der NHS England an, die PrEP im Rahmen einer groß angelegten Studie mit 10.000 Teilnehmer_innen zur Verfügung stellen. Der Beginn der Studie ist für den Sommer dieses Jahres geplant.

(ascho/Christina Laußmann)

PROTEST-HIV

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