Hepatitis

Hepatitis A

ist eine hochansteckende Infektion der Leber und eine ernste Erkrankung.

Erkrankung, Epidemiologie und Bedeutung

Die Inkubationszeit der fäkal-oral übertragenen Erkrankung beträgt 3-6 Wochen. Nach uncharakteristischen Allgemeinbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Müdigkeit kommt es zum Auftreten der Gelbsucht.

Bei der Hepatitis A gibt es keinen chronischen Verlauf, die Erkrankung heilt meist völlig aus.

Der Verlauf ist bei Kindern meist asymptomatisch oder mild, bei Erwachsenen allerdings nimmt der Erkrankungsverlauf an Schwere zu; ab dem 40. Lebensjahr bzw. bei Personen mit vorgeschädigter Leber muss mit Todesfällen gerechnet werden.

Übertragung

Die Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden und durch engen körperlichen Kontakt weitergegeben oder mit kontaminierten Nahrungsmitteln sowie fäkal verunreinigtem Trinkwasser aufgenommen. Häufige Infektionsquellen für eine Hepatitis A sind kontaminiertes Trinkwasser, roh oder ungenügend gekochte Muscheln, Austern, andere Schalentiere sowie Gemüse.

Infektionsrisiko wird unterschätzt: Gerade in letzter Zeit wurden gehäuft Hepatitis A Infektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben gemeldet.

Impfung

Es gibt eine Impfung, die zuverlässig vor Hepatitis A schützt. Nachdem es in diesem Winter (2017) in Österreich, Deutschland, England, Frankreich und Portugal vermehrt zu Infektionen gekommen ist es wichtig geimpft zu sein.

Die Impfung ist in Österreich nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten.

Wegen der jährlichen Einschleppung und Weiterverbreitung von Hepatitis A-Viren in Anschluss an Ferienreisen ins Ausland, die zu Ausbrüchen vor allem in Kindergärten und Grundschulen führen, sollen Kinder vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen ab dem vollendeten 1. Lebensjahr (bis zum vollendeten 10. Lebensjahr bzw. Volksschulaustritt) gegen Hepatitis A geschützt sein. Die Kinderimpfung bewirkt außer dem Jahrzehnte anhaltenden Individualschutz des Kindes zusätzlich die Ausschaltung der wichtigsten Infektionsquelle für die Erwachsenen.

Erwachsenenimpfung

Die Impfung wird allen Erwachsenen empfohlen, die sich schützen wollen.

Weitere Schutzmaßnahmen:

  • Vermehrt auf die persönliche Körperhygiene achten.
  • Vor und nach dem Sex Hände und Penis waschen.
  • Beim Kontakt von Mund mit Analbereich mit Dental Dams schützen.
  • Kondom

Hepatitis B

Als Hepatitis B bezeichnet man eine akute oder auch chronische Leberentzündung, die durch das sog. Hepatitis B- Virus ausgelöst wird.

Praxiszentrum Freiburg.de

Um sich vermehren zu können, wird das Virus in die Erbinformationen der menschlichen Zelle eingebaut. Deshalb ist eine vollständige Beseitigung des Virus selbst nach Abklingen einer akuten oder chronischen Hepatitis B unwahrscheinlich.

Das Hepatitis B-Virus ist sehr stabil. Besteht ein gewisser Schutz vor Austrocknung, wie z.B. im Inneren einer Infektionsnadel, sind bei normaler Zimmertemperatur auch nach mehreren Wochen noch infektionsfähige Viren vorhanden. Eine sichere Inaktivierung des Virus kann nur durch ausreichend konzentrierte Desinfektionsmittel oder durch Erhitzen auf 100° C für mindestens 5 Minuten erreicht werden. Das Hepatitis B-Virus ist sehr infektiös, bereits kleinste in den Körper gelangte Erregermengen rufen eine Infektion hervor.

Die Infektiosität des Hepatitis B-Virus ist etwa 40-mal höher als die des HI-Virus.

Erkrankung, Epidemiologie und Bedeutung

Das hochinfektiöse Hepatitis B-Virus (HBV) gehört weltweit zu den häufigsten viralen Infektionserregern des Menschen. Es wird über Blut oder blutigen Kontakt, aber auch über andere Körperflüssigkeiten und sexuell übertragen sowie während des Geburtsvorganges von der infizierten Mutter auf das Neugeborene (Hauptübertragungsroute in Ländern mit hoher HBV Inzidenz). Während bei den Neugeborenen die HBV-Infektion in 90 % einen chronischen Verlauf nimmt, ist das bei Erwachsenen nur in weniger als 5 % der Fall.

Die Inkubationszeit beträgt etwa 75 (30-180) Tage. Die Infektion kann (abhängig u.a. vom Alter und der Infektionsdosis) subklinisch verlaufen, zu akuter Hepatitis oder fortschreitender chronischer Leberentzündung bis zur Leberzirrhose führen, wobei letztere mit einer deutlich eingeschränkten Lebenserwartung und einem erhöhten Risiko für Leberzellkarzinom einhergeht.

Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion. Geschätzte 240 Millionen Menschen sind chronisch infiziert. Jährlich sterben 686.000 Menschen weltweit an den direkten Folgen einer Hepatitis B. Globale Statistiken zeigen: 25 % der chronischen Virusträger sterben als Erwachsene an primärem Leberkrebs oder an Zirrhose. HBV verursacht weltweit 60 %-80% der primären Leberkarzinome. Hepatitis B stellt somit ein großes globales Gesundheitsproblem dar. Da der Mensch der einzig epidemiologisch relevante Wirt ist und hocheffiziente, exzellent verträgliche Impfstoffe zur Verfügung stehen, hat die WHO beschlossen, HBV weltweit auszurotten. Seit 2005 empfiehlt die WHO, dass alle Personen gegen Hepatitis B immunisiert werden sollen. In Österreich wird die Zahl der chronischen HBV Träger auf etwa 1,2 % geschätzt, das sind etwa 100.000 Personen. (öst. Impfplan 2017). Der typische Übertragungsweg im Erwachsenenalter sind sexuelle Kontakte. Dabei reichen für eine Infektion schon kleinste Haut- und Schleimhautverletzungen (Blutkontakte). Auch Sperma, Scheidensekret, Speichel- und Tränenflüssigkeit von Hepatitis-B-Infizierten sind infektiös.

Übertragung

  • wenn die Sexualpartnerin/der Sexualpartner Hepatitis B hat
  • durch „needle sharing“ (gemeinsames Benützen von Nadeln, Spritzen, Filter und Löffel unter Drogenabhängigen) oder gemeinsames Benützen des „Röhrchens“ – zusammengerolltes Papier oder Geldschein – zum Kokain-Schnupfen über die Nase),
  • durch eine Nadelstichverletzung, wenn eine Hepatitis-B-infizierte Person daran beteiligt ist,
  • bei der Geburt auf das Neugeborene, wenn die Mutter Hepatitis B hat.

Zusätzliche Infektionsmöglichkeiten ergeben sich durch die gemeinsame Benutzung von Zahnbürste, Rasierapparat, Nagelschere oder Nagelfeile mit einer an Hepatitis B erkrankten Person oder durch Tätowierungen und Piercings unter unhygienischen Bedingungen.

Imunization Info

Impfung

Kostenfreies Impfprogramm und Kinderimpfung in Österreich

Die Impfung gegen Hepatitis B (HBV) ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten und wird im Rahmen der 6-fach Impfung nach dem 2+1 Schema im 3., 5. und 12. (-14.) Lebensmonat geimpft. Nach der Grundimmunisierung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter ist eine Auffrischungsimpfung ab dem vollendeten 6. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr empfohlen

Bei fehlender Grundimmunisierung soll die Hepatitis B-Immunisierung spätestens mit Pflichtschulaustritt durchgeführt werden, da das Infektionsrisiko ab diesem Alter wieder steigt.

Erwachsenenimpfung

Die HBV-Impfung kann in jedem Lebensalter nachgeholt werden und ist allgemein empfohlen.  (österr. Impfplan)

Hepatitis C

Erkrankung, Epidemiologie und Bedeutung

Hepatitis C ist eine infektiöse Viruserkrankung der Leber, von der weltweit schätzungsweise rund 170 Millionen Menschen betroffen sind. Seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1989 ist es zu einer enormen Wissenszunahme bezüglich Übertragung, Diagnostik und Vorsorge der Hepatitis-C-Virusinfektion gekommen. Auch in der Therapie konnten in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erzielt werden. In Österreich wird eine Virusträgeranzahl von ca. 80.000 Personen angenommen

Das Hepatitis-C-Virus wird durch infiziertes Blut übertragen. Damit eine Ansteckung erfolgen kann, müssen die Viren direkt in die Blutbahn gelangen. Das Virus kann über Wunden oder offene Schleimhäute eindringen. Vor der Entdeckung des Hepatitis-C-Virus und der damit verbundenen fehlenden Nachweisbarkeit waren Bluttransfusionen der Hauptinfektionsweg. Patientinnen/Patienten mit Hämophilie („Bluter“) hatten damals ein besonders hohes Risiko. Da heute alle Blutprodukte auf Hepatitis C untersucht werden, ist dieser Infektionsweg in Ländern mit gut funktionierendem Gesundheitswesen praktisch auszuschließen: Gegenwärtig wird das Risiko, durch eine Bluttransfusion mit Hepatitis C infiziert zu werden, mit 1:1,5 Millionen angegeben.

Das HC-Virus gehört zu der Familie der Flaviviren, seine Erbsubstanz liegt in einstrangiger RNA vor, und man geht davon aus, dass es ausschließlich parenteral (ohne den Verdauungsweg zu benutzen) übertragen wird.

Hepatitis_C_2

Krankheitsverlauf

Zwischen der Infektion mit dem Virus und dem Ausbrechen der Krankheit können 3-12 Wochen vergehen. Die infizierte Person ist in dieser Zeit symptomlos, kann den Virus allerdings schon übertragen. Die akute Infektion wird von den meisten Betroffenen nicht bemerkt, da die Symptome die gleichen eines grippalen Infektes sind. Nur in etwa 25% aller Fälle schließt sich eine Gelbsucht an. Das große mit der Hepatitis C zusammenhängende Problem sind die damit einhergehenden Chronifizierungen. Je nach Autor werden hier Zahlen zwischen 50 und 90% angegeben.

Symptome: bleiben lange unerkannt

Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Tagesmüdigkeit (Fatique), Konzentrationsstörungen, sowie in den meisten Fällen erhöhte Leberenzymwerte (Transaminasen)

Übertragung

  •  „Needle sharing (gemeinsames Benützen von verunreinigten, infizierten Injektionsnadeln, Spritzen, Filter und Löffel unter Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten oder gemeinsames Benützen des „Röhrchens“ – zusammengerolltes Papier oder Geldschein – zum Kokain-Schnupfen über die Nase).
  • Sexuelle Übertragung (sehr selten): Liegt keine der nachfolgenden Risikosituationen vor, wird seitens medizinischer Fachgesellschaften, keine allgemeine Empfehlung für Safer Sex (Kondom) beim Geschlechtsverkehr mit HCV-Infizierten ausgesprochen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern, vor allem zum Zeitpunkt der Monatsblutung, sowie bei der Ausübung traumatischer Sexualpraktiken (ungeschützter Analverkehr, Sadomasochismus).
  • Übertragung bei der Geburt: Das Infektionsrisiko eines Neugeborenen mit HCV-infizierter Mutter beträgt drei bis fünf Prozent. Bei gleichzeitigem Vorliegen einer HIV-Infektion der Mutter ist das Übertragungsrisiko für das Kind deutlich höher.
  • Personen, die beruflich mit Blut anderer Menschen in Kontakt kommen können (z.B. medizinisches Personal), haben ein erhöhtes Risiko. Das Nadelstichverletzungsrisiko beträgt 0,1 bis 0,5 Prozent.
  • Unhygienisch durchgeführte Tätowierungen, Piercings und Akupunktur.
  • Gemeinsames Benutzen von Nagelscheren, -clips, Zahnbürsten, Rasierapparaten, -messer und ähnlicher Hygieneartikel, auch Nasensprays.
  • Küssen, aber nur bei Zahnfleischblutungen (Parodontose).

Das Hepatitis C-Virus ist von allen bedeutenden Hepatitiden das am wenigsten erforschte. So kann in ca. 50% aller Infektionen der Übertragungsweg nicht genau geklärt werden.

Es gibt keine Impfung gegen HepC.

Syphilis

Erreger: Treponema pallidum

Von der Syphilis sind heute besonders MSM betroffen (Prävalenz steigend).

Typischerweise verläuft die Syphilis in drei aufeinanderfolgenden Stadien, allerdings können einzelne Stadien unbemerkt bleiben oder mit anderen Geschlechtskrankheiten verwechselt werden.

Symptome

Stadium 1: 2-3- Wochen bis maximal 3 Monate nach der Infektion kommt es zur Bildung von Bläschen und in der Folge von Geschwüren an den Infektionsstellen, welche nach einigen Wochen abheilen. Diese Geschwüre können auch unbemerkt bleiben.

Stadium 2: ca. 7 – 12 Wochen nach der Infektion treten Symptome auf (Krankheitsgefühl, Hautausschlag am Stamm und Hand- und Fußflächen, nächtliche Schweißausbrüche, feigwarzenähnliche Kondylome), diese Symptome klingen wieder ab und kommen erneut über den Zeitraum von 2 Jahren.

Nach Stadium 2 heilt die Syphilis entweder aus oder geht in die Latenzphase über.

Stadium 3: auf die Latenzphase folgen nach ungefähr 3 – 10 Jahren Organschäden und körperlicher und geistiger Zerfall.

Die Syphilis bleibt zu 50% praktisch symptomlos und heilt bei einem Drittel der Infizierten ohne Behandlung.

Syphilis ist heilbar.

Therapie: Antibiotika

Unsere Sponsoren