1.333 Drogen konsumierende Menschen sind im Jahr 2016 in Deutschland gestorben – zum großen Teil, weil Hilfsangebote fehlten. Am heutigen Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher erinnert die Deutsche AIDS-Hilfe an diese Menschen –  und daran, dass sie mit einer anderen Drogenpolitik noch leben könnten.

 

21. Juli Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Gesundheit schützen statt Menschen verfolgen

Im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenktages steht das Thema Menschenwürde. Das Menschenrecht auf den bestmöglichen erreichbaren Gesundheitszustand gebietet eine Drogenpolitik, die gesundheitliche Schäden reduziert und Drogen konsumierende Menschen gesundheitlich und sozial stabilisiert.

 

Folgende Maßnahmen kommen nicht oder zu wenig zum Einsatz:

 

  • Drogenkonsumräumen retten Leben, verhindern HIV- und Hepatitisinfektionen und bieten Hilfe an.
  • Das Medikament Naloxon rettet im Fall einer Überdosis Heroin Menschenleben. Doch weder auf Bundesebene noch in den Bundesländern wird das billige Präparat Konsumierenden zur Verfügung gestellt.
  • Drugchecking, die Vor-Ort-Überprüfung von Drogen auf Wirkstoffgehalt und Reinheitsgrad.

 

Neue Drogenpolitik wäre gut für alle

Dabei bräuchte Deutschland über die genannten Maßnahmen hinaus einen Kurswechsel in der Drogenpolitik. Die Strafverfolgung von Drogenkonsument_innen ist kontraproduktiv: Sie führt unter anderem dazu, dass Menschen schneller abstürzen und für Hilfsangebote schwerer erreichbar sind.

 

„Eine nachhaltige und erfolgreiche Drogenpolitik muss die Gesundheit von Konsument*innen ernst nehmen und in den Mittelpunkt stellen! Das heißt auch – Gesundheit schützen statt Menschen verfolgen!“