Zeitungsbeitrag zum Welt-AIDS-Tag

HIV lässt sich gut behandeln

Maximilian Rakuscha ist seit 2012 für die Aidshilfe tätig, führt Bluttests durch und hält Vorträge
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Maximilian Rakuscha, seit 2012 für die Aidshilfe Kärnten tätig, hat bezüglich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember mit der WOCHE über seine Arbeit und die Krankheit gesprochen.

Wie sind Sie zur Aidshilfe gekommen?
Nach dem Abschluss zum Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger im Jahr 2012 habe ich meinen Zivildienst bei der Aidshilfe Kärnten begonnen. Ganz schnell wurde mir klar, dass mich der gesamte Bereich sehr interessiert und ich mich im Team richtig wohl fühle. Ich erhielt schon damals, aufgrund meiner Ausbildung, die Möglichkeit Schulvorträge in ganz Kärnten abzuhalten. Diese Tätigkeit war schlussendlich auch der Grund, warum ich einige Jahre später mein pädagogisches Masterstudium an der Fachhochschule Kärnten absolvierte. Nach dem Zivildienst fing ich als Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger im Klinikum Klagenfurt an und war weiterhin nebenberuflich als Vortragender bei der Aidshilfe Kärnten beschäftigt. Im Jahr 2018 erhielt ich dann eine Fixanstellung.

Was gehört zu Ihren Aufgabenbereichen?
Ich habe ein wirklich sehr umfangreiches und spannendes Aufgabengebiet. Einerseits bin ich als Assistenz der Geschäftsführung im Bereich der Organisation, im Projektmanagement und im Qualitätsmanagement tätig und andererseits widme ich mich aufgrund meiner pädagogischen Ausbildung der Präventionsarbeit. Letztere umfasst die inhaltliche und operative Umsetzung von Schulvorträgen, Organisation und Einteilung der Vortragenden in ganz Kärnten, die Durchführung von Schulungen und interne Fortbildungen für Präventions- Mitarbeiter. Aufgrund meiner Liebe zum Vortragen und Unterrichten bin ich sehr gerne auch selbst im Unterricht und in Workshops tätig. Ich halte Vorträge und Schulungen zum Thema HIV/Aids, sexueller Gesundheit und Verhütungsmittel. Da ich vom Beruf Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger bin, führe ich auch diverse Bluttests von HIV, Syphilis und Hepatitis C durch.

Was sind die Schwerpunkte der Präventionsarbeit?
Unsere Präventionsaktivitäten sind vielfältig und richten sich zielgruppenspezifisch an Menschen mit erhöhten Risiko einer HIV- Infektion, Hepatits C und sexuell übertragbaren Infektionen, an Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und natürlich an die Allgemeinbevölkerung. Schwerpunkte sind die Eindämmung der weiteren Verbreitung des HI-Virus, die Aufklärung zur Verhinderung der Infektion mit sexuell übertragbaren Erkrankungen, die sexuelle Bildung im Rahmen der Gesundheitsförderung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und die Mechanismen und die Bedeutung von Stigma und Diskriminierung.

Wie kann man sich gegen Aids schützen?
Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr besteht für beide Partner ein HIV-Übertragungsrisiko. Deshalb: Immer ein Kondom verwenden. Drogenabhängigen Menschen wird empfohlen, frisches Spritzenbesteck zu verwenden und auf das „Teilen von Nadeln“ mit Dritten zu verzichten. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel in Bezug auf eine sexuelle Übertragung.

Was ist zu tun, wenn man befürchtet, infiziert zu sein?
Nicht von der Angst lähmen lassen, sondern sich informieren. In einem Gespräch mit einem Berater der Aidshilfe kann abgeklärt werden, ob tatsächlich ein Ansteckungsrisiko vorliegt und ob ein HIV-Test sinnvoll ist.

Wie macht sich eine Infektion bemerkbar?
Die Infektion verläuft unbemerkt und zeigt keine wirklichen Symptome. Viele Menschen bemerken die Infektion erst nach Jahren. Die einzige Möglichkeit, um herauszufinden, ob man HIV positiv ist, ist durch eine Testung.

Kann die Krankheit geheilt werden?
Heilung gibt es keine. Notwendig ist eine lebenslange Therapietreue und das Einhalten der Kontrolltermine, um den Ausbruch zu verhindern. HIV lässt sich gut behandeln. Neben der Präventionsarbeit versuchen wir daher, unbegründete Ängste und Vorurteile abzubauen.

ZUR PERSON:

Name: Maximilian Rakuscha
Geburtstag: 6. Mai 1992
Derzeitiger Wohnort: Klagenfurt
Aufgewachsen in: Lavamünd
Familienstand: ledig
Beruf: Pflege- und Gesundheitspädagoge, Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger
Hobbys: Fischen am eigenen Teich, Fußball und Zeit mit Familie und Freunden verbringen

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