Weniger HIV, mehr Syphilis

Das Robert Koch-Institut hat die Zahlen von 2017 veröffentlicht.

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember hat das Robert Koch-Institut neue Zahlen zum HIV/AIDS-Geschehen in Deutschland veröffentlicht. Im Jahr 2017 haben sich etwa 2.700 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, die Zahl der Neuinfektionen ist damit gegenüber 2016 (2.900 Neuinfektionen) leicht gesunken. Bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist die Zahl der geschätzten Neuinfektionen deutlich zurückgegangen, von 2.300 im Jahr 2013 auf 1.700 in 2017.

Gleichzeitig ist die Zahl der Syphilis-Fälle angestiegen. Bei MSM stieg die Zahl der Meldungen gegenüber dem Jahr 2016 um 4,7 % an. Ein Anstieg der Inzidenzen wurde in unterschiedlichem Ausmaß aus etwa der Hälfte der Bundesländer berichtet. Das Land Berlin hatte eine etwa 4-fach erhöhte Inzidenz im Vergleich zum Bundesdurchschnitt und – nach dem deut­lich bevölkerungsstärkeren Nordrhein-Westfalen – auch in absoluten Zahlen die meisten Syphilis-Fälle bundesweit. Insbesondere städtische Ballungszentren wiesen hohe In­zidenzen auf, allerdings mit weniger starken Anstiegen als in den Vorjahren. Anstiege waren wie in den Vorjahren fast ausschließlich auf Infektionen bei MSM zurückzuführen.

Für annähernd die Hälfte der Syphilis-Meldungen von MSM wurde eine Koin­fektion mit HIV gemeldet. Für Chlamydien wiesen MSM und heterosexuelle Frauen höhere Anteile auf als heterosexuelle Männer, bei Koinfek­tionen mit Gonokokken sowie Hepatitis B und C lagen die Anteile bei MSM am höchsten (mit Ausnahme von Hepati­tis B im Jahr 2016). Im Jahr 2017 wurde für 10,4 % der Mel­dungen von MSM eine STI außer HIV berichtet, für 2,2 % zwei STI. Der Anteil von STI-Koinfektionen bei MSM unter­schied sich zum Teil nach HIV-Status: Während die Antei­le von Koinfektionen mit Chlamydien, Gonokokken und Hepatitis B keine großen Unterschiede nach HIV-Status aufweisen, wurden Koinfektionen mit Hepatitis C überwie­gend von MSM mit HIV-Koinfektion gemeldet.

 

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