Häufige Fragen zu HIV

  • Empfehlungen
  • Übertragungswege
  • Wie lauten die Safer Sex-Regeln?
  • Was ist die PrEP?
  • Ansteckungsrisiko bei einem einmaligen ungeschützten Geschlechtsverkehr
  • Ansteckungsrisiko in einer festen Partnerschaft /Ehe
  • Übertragungsrisiko bei Oralsex
  • Haben Frauen ein höheres Ansteckungsrisiko als Männer?
  • Besteht bei ungeschütztem eindringendem Verkehr ein HIV-Risiko, wenn es nicht zum Höhepunkt kommt?
  • Ist Küssen und Zungenküssen gefährlich?
  • Was ist sonst noch ungefährlich?
  • Schützt ein Kondom wirklich ausreichend vor einer HIV- Infektion?
  • Was bedeutet ein Kondomversagen für das HIV-Übertragungsrisiko?
  • Ich vertrage Kondome nicht. Ich habe eine Latex-Allergie. Was kann ich tun?
  • Kann ich unmittelbar nach einer Risikosituation noch etwas unternehmen, um die Gefahr einer HIV-Infektion zu verringern?
  • Ich habe Angst, dass ich mich angesteckt habe. Was soll ich tun?
  • Wie sicher sind die Testresultate?
  • Gibt es eine Impfung gegen HIV?
  • Wem muss ich es sagen, wenn ich mich infiziert habe?
  • Ich war im Krankenhaus und habe eine Bluttransfusion bekommen. Kann ich mich dabei angesteckt haben?
  • Kann das HI-Virus auch durch Mückenstiche übertragen werden?

Empfehlungen

Ratgeber Recht – HIV und AIDS

 

HIV-Buch 2016/2017

 

Übertragungswege

Sexuelle Übertragung

In ca. 90% der Fälle wird das HI-Virus sexuell übertragen.

  • ungeschützter Vaginalverkehr (beide Beteiligten haben ein Risiko)
  • ungeschützter Analverkehr (beide Beteiligten haben ein Risiko)
  • Oralverkehr, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt

DAHER:  Safer Sex-Regeln beachten
Bei eindringendem Verkehr immer ein Präservativ verwenden!
Bei Oralverkehr kein Sperma in den Mund, kein Sperma schlucken / kein Menstruationsblut in den Mund, kein Menstruationsblut schlucken.

Übertragung beim Drogenkonsum

Das HI-Virus kann zudem durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck bei intravenös Drogen Konsumierenden übertragen werden.
DAHER: Immer sauberes Spritzbesteck verwenden.
(Mit Blick auch auf weitere übertragbare Erreger wie das Hepatitis-C-Virus heißt das: Eigene, neue Spritze/Nadel für jeden Schuss. Aber auch: Eigenen Filter! Eigene Watte! Eigenen Löffel! Eigenes Wasser!)

Übertragung von der Mutter auf das Kind

Eine Übertragung von der HIV-positiven Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen ist möglich. Das Risiko bei medizinisch betreuten HIV-positiven Frauen ist heute in Österreich praktisch nicht mehr gegeben.

TROTZDEM: Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf das Thema an, da nur das Wissen um eine eigene Infektion eine entsprechende Betreuung möglich macht!

Eine Übertragung über Blut oder Blutprodukte im medizinischen Umfeld ist heute in Österreich fast auszuschließen (Risiko 1:1,5 Mill.). Blut und Blutprodukte unterliegen strengsten Sicherheitsbestimmungen.

Wie lauten die Safer Sex-Regeln?

Bei ungeschütztem eindringenden Geschlechtsverkehr – ob Vaginalverkehr oder Analverkehr – besteht für beide Partner/-innen ein HIV-Übertragungsrisiko. Deshalb: Immer ein Kondom verwenden.
Nur wasserlösliche oder silikonbasierte Gleitcrèmes verwenden; fetthaltige können das Kondom beschädigen.

Coitus interruptus (= “aufpassen” bzw. “sich rechtzeitig zurückziehen”) bietet keinen Schutz!

Sexuell aktiven Menschen mit gelegentlichem oder häufigem Wechsel des Partners/der Partnerin empfehlen wir, sich zusätzlich gegen Hepatitis B impfen zu lassen.

Beim Oralverkehr: Kein Sperma in den Mund und kein Sperma schlucken!

Was ist die PrEP?

PrEP ist die Abkürzung für „Prä-Expositions-Prophylaxe“, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt.
Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.
Die Wirksamkeit der PrEP ist bei schwulen Männern mit hohem HIV-Risiko nachgewiesen. Bei ihnen schützt die PrEP ausschließlich vor HIV beim Geschlechtsverkehr so gut wie Kondome. Allerdings bezieht sich der Schutz nicht anderen Geschlechtskrankheiten. Eine Ansteckung mit Syphilis, Gonorrhö, Herpes, HPV etc. wird durch die PrEP nicht verhindet – hier hilft weiterhin nur das Kondom!

Ansteckungsrisiko bei einem einmaligen ungeschützten Geschlechtsverkehr

Schon bei einem einmaligen ungeschützten Verkehr mit einer HIV-positiven Partnerin/einem HIV-positiven Partner ist eine Ansteckung grundsätzlich möglich. Ein Infektionsrisiko vermeiden Sie, wenn Sie bei jedem Geschlechtsverkehr mit einer neuen Sexualpartnerin/einem neuen Sexualpartner ein Präservativ benützen bzw. darauf bestehen, dass Ihr Partner eines benützt.

In einer festen Partnerschaft ist es wichtig, mit dem Partner/der Partnerin über ungeschützte Gelegenheitskontakte oder ein allfälliges Kondomversagen in einer solchen Situation zu sprechen. Wenn Sie es unterlassen und weiterhin ungeschützt mit ihm bzw. mit ihr schlafen, gefährden Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin.

Ansteckungsrisiko in einer festen Partnerschaft

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Partner/Ihre Partnerin ungeschützten Kontakt mit anderen hat, dann sprechen Sie ihn bzw. sie darauf an. Trauen Sie Ihren Ahnungen, nehmen Sie sich und Ihre Gesundheit ernst. Besprechen Sie gegebenenfalls miteinander, wie Sie mit der Situation umgehen und wie Sie sich vor einer HIV-Infektion schützen wollen. Wenn Sie weiterhin miteinander Verkehr haben, ist Safer Sex angebracht, bis ein negativer HIV-Test drei Monate nach der letzten Risikosituation zeigt, dass bei Ihrem Partner/Ihrer Partnerin keine HIV-Infektion vorliegt. Unterstützung erhalten Sie bei der aidsHilfe.

Und bei eigenen Seitensprüngen: Halten Sie sich konsequent an die Safer-Sex-Regeln.

Auf Safer Sex verzichten können Sie in einer Ehe oder festen Partnerschaft, wenn beide zu Beginn der Partnerschaft nicht infiziert waren und Sie sich entweder absolut treu sind oder beide bei Außenkontakten immer die Safer-Sex-Regeln beherzigen.
Beachten Sie gegebenenfalls auch das HIV-Übertragungsrisiko durch intravenösen Drogengebrauch.

Übertragungsrisiko bei Oralsex

  • Besteht für mich als Frau ein Übertragungsrisiko, wenn ich mich oral befriedigen lasse?
    Für Sie als Frau besteht in keinem Fall ein Übertragungsrisiko. Falls Sie HIV-positiv sind, besteht für Ihren Partner oder Ihre Partnerin während der Menstruationszeit ein gewisses Risiko. Eine Infektion über Menstruationsblut, das in den Mund des Partners oder der Partnerin gelangt, ist möglich. Scheidensekrete hingegen stellen bei oralem Verkehr nach heutigem Wissensstand kein Infektionsrisiko dar.
  • Besteht für mich als Mann ein Übertragungsrisiko, wenn ich mich oral befriedigen lasse?
    Es besteht für Sie als Mann in keinem Fall ein Risiko.
    Falls Sie HIV-positiv sind, besteht für Ihre Partnerin oder Ihren Partner ein reales Risiko, wenn Sie in ihm/ihr zum Höhepunkt kommen. Es ist wichtig, dass kein Sperma in den Mund Ihrer Partnerin/Ihres Partners gelangt. Der so genannte Lusttropfen vor dem Höhepunkt stellt bei oralem Verkehr nach heutigem Wissensstand kein Risiko dar. Vielleicht lohnt es sich, vor dem Verkehr mit der Partnerin/dem Partner ein klares Zeichen zu verabreden.
  • Besteht für mich ein Übertragungsrisiko, wenn ich einen Mann oral befriedige?
    Es ist wichtig, dass kein Sperma in Ihren Mund gelangt und Sie kein Sperma schlucken. Der so genannte Lusttropfen vor dem Höhepunkt stellt bei oralem Verkehr nach heutigem Wissensstand kein Risiko dar.
    Es lohnt sich, vor dem Verkehr den Partner darauf hinzuweisen, dass er sich vor dem Höhepunkt zurückzieht oder Ihnen ein klares Zeichen gibt. Sollte er trotz allem einmal in Ihnen zum Höhepunkt kommen, spucken Sie das Sperma aus und spülen Sie den Mund einige Male mit lauwarmem Wasser. Schlucken Sie das Sperma nicht hinunter!
    Auch wenn Sie HIV-positiv sind, besteht für Ihren Partner kein Übertragungsrisiko.
  • Besteht für mich ein Übertragungsrisiko, wenn ich eine Frau oral befriedige?
    Es besteht für Sie während der Menstruationszeit der Partnerin ein gewisses Risiko. Eine Infektion über Menstruationsblut, das in Ihren Mund gelangt, ist möglich. Scheidensekrete stellen bei oralem Verkehr nach heutigem Wissensstand kein Infektionsrisiko dar. Auch wenn Sie HIV-positiv sind, besteht für Ihre Partnerin kein Übertragungsrisiko.

 

Haben Frauen ein höheres Ansteckungsrisiko als Männer?

Statistisch gesehen haben Frauen weltweit ein höheres Risiko als Männer, sich beim ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr mit HIV anzustecken. In einer konkreten Situation ist das biologische Geschlecht «Frau» jedoch kein ausschlaggebender Risikofaktor. Umstände, welche mit einem wesentlich höheren Infektionsrisiko einhergehen – und zwar für beide Geschlechter – sind:

  • andere sexuell übertragbare Krankheiten (diese können auch symptomlos sein und daher unentdeckt bleiben)
  • Viruslast, d.h. fortgeschrittene, unbehandelte HIV-Infektion des Partners/der Partnerin bzw. Primoinfektion
  • Analverkehr
  • Anzahl der Sexualkontakte
  • mit Schleimhautdefekten einhergehende Erkrankungen der Sexualorgane und
  • für Frauen: das Tragen einer Spirale.

Deshalb: Bestehen Sie auf der Verwendung von Präservativen. Es ist hilfreich, immer selber welche dabei zu haben. 

Besteht bei ungeschütztem eindringendem Verkehr ein HIV-Risiko, wenn es nicht zum Höhepunkt kommt?

Ja, bei ungeschütztem eindringenden Verkehr besteht auch ohne Samenerguss ein reales Übertragungsrisiko. Ganz offensichtlich können nicht nur Sperma und Vaginalflüssigkeiten HIV übertragen. Wahrscheinlich reicht nur schon der enge Kontakt von Schleimhäuten.

Ist Küssen und Zungenküssen gefährlich?

Das HI-Virus wird durch Küssen nicht übertragen, auch nicht durch Zungenküsse. Kein Übertragungsrisiko besteht beim Streicheln, Kuscheln und bei Petting (gegenseitige Befriedigung mit der Hand).

Das HI-Virus wird auch nicht auf öffentlichen Toiletten oder durch den gemeinsamen Gebrauch von Haushaltgegenständen übertragen (Tassen, Besteck …).

Was ist sonst noch ungefährlich?

Das HI-Virus wird nicht auf öffentlichen Toiletten, in Saunas oder Hallenbädern übertragen. Ebenso ist der Kontakt mit Türklinken und Telefonhörer oderder gemeinsame Gebrauch von Wäsche und Geschirr übertragen. HIV wird nicht durch Insektenstiche oder Hundebisse oder Haustiere übertragen. HIV wird weder beim Arzt noch beim Zahnarzt oder im Spital übertragen. Kein Risiko besteht beim Coiffeur, bei Maniküre und Pediküre. Auch Piercing und Tattooing ist in Bezug auf eine HIV-Infektion unbedenklich, solange sich die entsprechenden Personen an die Hygienevorschriften ihres Berufsstandes halten. Kein HIV-Übertragungsrisiko besteht beim Husten und Niesen. Kein Übertragungsrisiko besteht beim Händeschütteln, Umarmen, Streicheln und Kuscheln mit einer HIV-positiven Person. Das HI-Virus wird nicht übertragen durch Küssen, auch nicht durch Zungenküsse. Petting (gegenseitige Befriedigung mit der Hand) ist unbedenklich; Haarrisse bei den Fingernägeln und ähnlich kleine oder bereits verheilte Wunden stellen keine Gefahr dar. Das HI-Virus wird nicht über Urin oder Kot übertragen. Hier ist allerdings das Risiko der Übertragung anderer Krankheitserreger wie von Hepatitis-A-Viren relativ hoch.

Schützt ein Kondom wirklich ausreichend vor einer HIV- Infektion?

Ein Kondom bietet, solange es nicht reißt oder abrutscht, beim eindringenden Geschlechtsverkehr einen ausgezeichneten Schutz vor einer Infektion mit dem HI-Virus.
Kondome senken auch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren (z.B. Chlamydien, Gonorrhö oder Syphilis). Kein Erreger kann ein intaktes Präservativ durchdringen.

Es sollen nur geprüfte Kondome mit einer CE-Kennzeichnung verwendet werden. Achten Sie bei der Verwendung von Kondomen auf folgende Punkte:

  • Ablaufdatum
  • Verpackung sorgfältig öffnen
  • sorgfältige Lagerung
  • korrektes Abrollen
  • nur wasserlösliche oder silikonbasierte Gleitmittel verwenden, auf keinen Fall fetthaltige Substanzen wie Vaseline, Körperlotionen, Butter, Öle usw.
  • beim Rausziehen Kondom am Gliedansatz festhalten

Das einzige Risiko beim Gebrauch geprüfter Kondome ist ein Kondomversagen – und dieses ist (fast) immer auf eine nicht sachgemäße Anwendung zurückzuführen.

Was bedeutet ein Kondomversagen für das HIV-Übertragungsrisiko?

Wenn ein Kondom während des Verkehrs abrutscht oder reißt, bietet es keinen Schutz mehr. Deshalb bedeutet Kondomversagen – gleich wie ungeschützter Verkehr – ein HIV- und STI-Infektionsrisiko. Kondomversagen bei qualitätsgeprüften Kondomen ist fast immer auf nicht sachgemäße Verwendung zurückzuführen. Sorgfalt bei der Auswahl und der Lagerung, beim Aufreißen und Montieren lohnt sich. Keine fetthaltigen Gleitmittel verwenden. Und beim Rausziehen das Kondom am Gliedansatz festhalten.

Ich vertrage Kondome nicht. Ich habe eine Latex-Allergie. Was kann ich tun?

Die in Österreich erhältlichen Kondome sind in der Regel aus Naturkautschuk (Latex) hergestellt. Wenn Sie wissen, dass Sie eine Latex-Allergie haben, oder dies befürchten (lokaler Juckreiz, Brennen oder Schmerzen), können Sie Kondome aus Duron (Polyurethan) (z.B. Avanti oder Ceylor). Auch das Kondom für die Frau, das Femidom, ist latex-frei. Fragen Sie im Fachhandel oder in Apotheken, nach den entsprechenden Produkten.
In jedem Fall ist es ratsam, die Unverträglichkeitsreaktion mit Ihrem Arzt, ihrer Ärztin abzuklären.

Kann ich unmittelbar nach einer Risikosituation noch etwas unternehmen, um die Gefahr einer HIV-Infektion zu verringern?

Die ersten Wochen nach einer möglichen Übertragung werden als “immunologisches” bzw. “serologisches Fenster” bezeichnet. In dieser Zeit kann eine Übertragung mit medizinischen Verfahren weder nachgewiesen noch ausgeschlossen werden. Dieses Fenster ist je nach Person unterschiedlich groß. Bei gewissen Personen kann eine Infektion nach zwei Wochen nachgewiesen werden, bei anderen dauert es bis zur Nachweisbarkeit aber länger. Erst ein negatives Ergebnis nach drei Monaten ergibt die Gewissheit, dass keine Infektion erfolgt ist.

Nach Situationen mit eindeutig hohem Übertragungsrisiko gibt es nur die Möglichkeit, spätestens innerhalb von 72 Stunden nach der Risikosituation ein HIV-Behandlungszentrum aufzusuchen.

Dort wird man aufgrund der Situationsbeschreibung das Risiko abschätzen und eventuell eine so genannte Postexpositions-Prophylaxe vorschlagen. Dies ist eine vorbeugende mehrwöchige medikamentöse Behandlung mit hochwirksamen Substanzen, die das Risiko einer allfälligen Übertragung wahrscheinlich deutlich senken – aber nicht ausschließen – kann. Ihr Erfolg ist umso besser, je schneller nach der Risikosituation mit ihr begonnen werden kann.

Die PEP kann in folgenden Situationen sinnvoll sein:

  • Die Kontaktperson ist sicher HIV-infiziert; sie ist unbehandelt oder unter einer unvollständig wirksamen antiretroviralen Behandlung und
    • es kommt zu ungeschütztem vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr
    • es kommt zu ungeschütztem oralen Geschlechtsverkehr mit Ejakulation des HIV-infizierten Partners in den Mund
    • es wird gebrauchtes Injektionsmaterial einer HIV-infizierten Person verwendet
  • Die potentielle Exposition ereignet sich im Rahmen einer Vergewaltigung

In allen anderen Fällen – d.h. wenn nicht feststeht, dass die Kontaktperson HIV-positiv ist und sie auch nicht zu einer Gruppe gehört bzw. aus einer Region kommt, in der HIV weit verbreitet ist – wird von einer HIV-PEP abgeraten.

Ich habe Angst, dass ich mich angesteckt habe. Was soll ich tun?

Lassen Sie sich nicht von der Angst lähmen, sondern informieren Sie sich. In einem Gespräch mit einem Berater der aidsHilfe können Sie abklären, ob tatsächlich ein Ansteckungsrisiko vorliegt. Lassen Sie sich dort beraten, ob ein HIV-Test sinnvoll ist. Sollten Sie sich selbst zu einem HIV-Test entscheiden oder sollte Ihnen ein Arzt oder eine Ärztin einen Test vorschlagen, informieren Sie sich vorher über die verschiedenen Möglichkeiten und Aspekte des Tests. Auch in diesem Falle berät Sie die aidsHilfe kompetent.

Wie sicher sind die Testresultate beim AIDS-Test?

Der sogenannte AIDS-Test isst ein HIV-Antikörper-Test. Die heutigen HIV-Suchtests sind hochsensibel und damit sehr sicher.
Wenn Sie sechs Wochen nach einer Risikosituation einen HIV-Test durchführen und ein negatives Ergebnis erhalten, ist das Resultat zuverlässig – sie haben sich nicht infiziert.

Ein allfällig nicht negatives Testresultat wird in jedem Fall mit einer zweiten Testmethode weiter untersucht. Für eine endgültige Diagnose muss eine zweite Blutabnahme durchgeführt werden und nur, wenn auch diese zweite Blutprobe positiv getestet wird, geht man von der gesicherten Diagnose „HIV positiv“ aus.

Gibt es eine Impfung gegen HIV?

Trotz regelmäßig auftauchender Sensationsmeldungen in den Medien ist bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus kein Durchbruch in Sicht.
Und damit sind Safer Sex und Safer use die einzigen Maßnahmen gegen eine HIV-Infektion in Situationen mit Ansteckungsmöglichkeiten!

Wem muss ich es sagen, wenn ich mich infiziert habe?

Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung, irgendjemand über ein positives Ergebnis zu informieren; auch nicht den Arbeitgeber. Eine HIV-Infektion hat keine Auswirkungen auf ein Arbeitsverhältnis und ist kein Entlassungsgrund. Allerdings muss ein Sexualpartner von der Diagnose unterrichtet werden, um gegen eine mögliche Infektion vorsorglich etwas zu unternehmen. (zum Beispiel Kondom, PREP)

Ich war im Krankenhaus und habe eine Bluttransfusion bekommen. Kann ich mich dabei angesteckt haben?

Die Ansteckungsmöglichkeit durch Blutkonserven oder Blutprodukte ist heute nahezu ausgeschlossen. Alle Blutspenden werden auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten Hepatitis, Syphilis) getestet. Ein minimales Restrisiko (1:1.500.000) bleibt, bedingt durch das sog. diagnostische Fenster (Zeitraum von der Ansteckung bis zur verlässlichen Nachweisbarkeit der Infektion im Blut). Durch den sog.  PCR-Test (direkter Nachweis der Viren) ist diese hohe Sicherheit gewährleistet. Man geht davon aus, dass das HIV Risiko bei Blutprodukten das kleinste Gesundheitsrisiko bei Fremdblutgaben ist!

Kann das HI-Virus auch durch Mückenstiche übertragen werden?

Nein. Das HI-Virus ist weder durch Tiere noch durch Tierprodukte (Fleisch) übertragbar. Das HI-Virus ist im Insekt nicht lebensfähig. Den Insekten dient das aufgenommene Blut als Nahrung; es wird von ihnen verdaut.